Notfall Tage
Es gibt Tage an denen eine Aufregung die nächste jagt.
Diese Tage beginnen oft schon damit das wir bei Arbeitsbeginn eine Fundtiermeldung an der anderen haben, unsere eigenen Tiere dringend zum Tierarzt müssen und so kommen wir oft nicht mal dazu uns eine Pause zu gönnen.
Essen ist dann nur im Sauseschritt möglich, Kaffeetrinken ebenfalls.
Diese Tage ziehen sich dann bis spät in die Nacht hinein.
Unser Notruftelefon steht nicht still, an Schlaf ist nicht zu denken.
Unsere Heike, die Tierheimleitung, zieht solche Tage magisch an.
Unser Notruftelefon wird in einem gewissen Rhythmus auf mehrere Mitarbeiter verteilt.
Alles ist ruhig, keine grösseren Einsätze, bis dann: Heike hat Notrufdienst.
Wir möchten euch teilhaben lassen und wünschen viel Vergnügen.
Alle diese Einsätze spielen sich meist spät nachts oder früh morgens ab, ausserhalb unserer Öffnungszeiten
kurz nach Feierabend oder an unseren freien Tagen.
So war es dann als unsere Heike nach einem dieser Chaotentage beschloß sich zur Entspannung ein schönes Bad zu gönnen.
Für das strahlende Aussehen wurde eine Gurken-Avocado Maske aufgetragen, ihr wisst schon. Grün und glänzend.
Nicht kurz darauf geht ein Notruf ein, verletzte Katze gefunden, wahrscheinlich angefahren.
Also raus aus der Wanne, kurz die Maske aus dem Gesicht gewischt, natürlich unvollständig so das es an den Ohren, Kinn und Stirn immer noch grün schimmert.
Blindlings nach irgendeiner Klamotte greifen, natürlich auch hier eine dieser Wohlfühlklamotten.
Farbe verschlissen, Gummi ausgeleiert und hier und da ein kleiner Riß.
Schuhe werden im Laufschritt geschnappt und waren auch nicht mehr so vorzeigbar.
Aber egal, die Katze konnte gesichert und tierärztlich versorgt werden und führt heute ein schönes Leben.
Wieder einer dieser Tage an denen man nicht zum Essen kommt als unsere Heike mit knurrendem Magen Zuhause ankommt und sich erstmal ein herzhaftes Vesper mit Leberwurstbrot, schön garniert mit Gürkchen, gönnen will.
Gerade vor dem ersten Bissen, Notruf.
Alles stehen lassen und los, essen kann ja man später.
Verwaiste Kitten in Grünabfallsäcke gefunden.
Alle Kitten konnten gesichert werden und im Gedanken an ihr leckeres Vesper wurde sich auf den Heimweg gemacht.
Leider hatten allerdings die eigenen Katzen ebenfalls Lust auf Leberwurstbrot und konnten der Versuchung nicht widerstehen, so das unsere Heike bei der Heimkehr nur ein verlassenes Gürkchen widerfand, das hatten ihre Katzen netterweise übriggelassen.
Spät in der Nacht Notruf Autobahnpolizei, freilaufender Hund nahe der Autobahn.
Also verknittert, ungekämmt das Gesicht noch glänzend von der reichhaltigen Nachtcreme
für das strahlende Aussehen am nächsten Tag, kurz eine Jacke drüber geschmissen und dann
im Schlafanzug und Schlappen los.
Diese Einsätze haben wir oftmals in Umfeld der Autobahn, mal verletzte oder umherirrende Tiere, gehäuft zur Urlaubszeit.
Ihr könnt aber sicher sein das wir meistens so eintreffen wie oben beschrieben.
Früh morgens um 6.00 Uhr
Notruf, umherirrende Entenküken auf einer stark befahrenen Strasse.
Für Frühstücken oder sich hübsch machen ist hier keine Zeit.
Alle Küken wurden gesichert und noch auf der Pflegestelle der nächste Notruf.
Umherirrende Entenküken auf einer Baustelle.
Also immer noch keinen Kaffee und kein Frühstück und gleich los.
Auch hier konnten wir helfen und alle Küken wurden aufgezogen und in die Natur zurückgebracht.
Wieder einer dieser Tage ohne ordentlich was zu essen.
Diesmal hatte unsere Heike frei und keinen Notdienst.
Aber, Heike war zu Besuch bei unserer Ellen, die mit knurrendem Magen endlich Feierabend machen konnte und natürlich auch erstmal gemütlich zuhause was essen wollte.
Dann Notruf: Schreiende Katzen in einem Haus wo vor kurzen jemand weggezogen ist.
Also los, mit Polizei wir können ja nicht einfach irgendwo einbrechen.
Die Hilferufe der Katzen berührte alle Beteiligten, die Not war gross.
Es bestand die Gefahr das uns beim Öffnen der Räume die Katzen blindlings über die Strasse rennen.
Also kam also noch die Feuerwehr dazu, sicherte die Strasse und verschaffte uns Zutritt.
Der Magen knurrt immer noch.
Was wir vorfanden war schrecklich.
Eine Katzenmutter mit ihren 4 Kitten, eingesperrt in einem gekachelten Raum in dem Chemikalien gelagert wurden.
Kein Wasser, vertrocknete und leere Futterdosen, ein Katzenklo das nicht mehr zu erkennen war.
Die Katzenfamilie stand in ihren eigenen Ausscheidungen.
Der Magen knurrt nicht mehr und der Appetit ist vergangen.
Wie kann jemand unseren Mitgeschöpfen so etwas antun?
Wir konnten die Familie sichern, in der Zwischenzeit wurde der Rest des Teams benachrichtigt damit sie ein Zimmer mit Futter Wasser etc. vorbereiten.
Es hat uns alle sehr bewegt wir die Katzenfamilie begeistert über ihr neues Zuhause war.
Die Kitten waren extrem unterernährt, dehydriert und hätten eine weitere Nacht nicht überlegt.
Die Anspannung, aber auch die Wut bei diesem Einsatz war enorm.
Das Team vor Ort lag sich weinend in den Armen und Essen war plötzlich völlig unwichtig.
Alle Katzen konnten gut vermittelt werden und führen heute ein glückliches Katzenleben.
Ein schöner Grillabend im Kreise der Familie und beim ersten Bissen in das Würstle:
Notruf, ein streunender unkastrierter Kater dem wir schon lange hinterherjagen, ist endlich in die Lebendfalle gegangen und muss natürlich schnellstens versorgt werden.
Also, das Würstle zwischen die Zähne geklemmt und los.
Der Kater wurde kastriert, gegen Parasiten behandelt und durfte in sein Revier zurück.
Er wird vor Ort versorgt und kann sein wildes Leben weiterführen.
Ein heisser Sommertag und endlich einmal frei, aber der Haushaltsputz steht dringend auf dem Plan.
Also ein bequemes luftiges Kleidchen angezogen (so eins das vor Jahrzehnten mal gut ausgesehen hat) , genauso die Schlappen dazu, den Putzeimer in die Hand genommen:
Notruf, angefahrene Katze an stark befahrener Strasse.
Natürlich geht es sofort los, für einen Blick in den Spiegel ist keine Zeit.
Die Polizei hat netterweise die Strasse gesperrt, dementsprechend waren viele Zuschauer vorhanden als unsere Heike in ihrem Putzoutfit, verschwitzt und dementsprechender Frisur das Kätzchen sichern konnte.
Die Kleine hat sich gut erholt und führt heute ein tolles Katzenleben.
Endlich, eine kleine Pause ist möglich.
Notruf, Entenküken in einem Wehr und kommen nicht mehr raus.
Also los und weil es keine andere Möglichkeit gibt den Kleinen zu helfen ist unsere Ellen kurzerhand in voller Bekleidung in das Wehr gestiegen,
Das Wasser hüfthoch und kalt, die Feuerwehr kam auch noch zum helfen und alle Küken konnten gerettet werden.
Sie wurden von uns aufgezogen und durften anschliessend zurück in die Natur.
Ich gehe mal kurz was essen, von wegen!
Notruf freilaufender Hund an stark befahrener Strasse.
Da ist der Hunger schnell vergessen.
Der Hund konnte von der Strasse weggelockt werden, fand dann aber Gefallen daran in der nahegelegenen Fils hin und her zu springen und wieder Richtung Strasse zu laufen.
Hier war unser Marco der Held der tapfer mehrmals die Fils durchquert hat und den Hund schließlich sichern konnte.
Und so gehen die Geschichten weiter und wir werden auch weiterhin für Tiere in Not unser Bestes geben.
Also, falls ihr euch dann manchmal wundert was da für eigenartige Menschen vom Tierschutz angesaust kommen, wir glauben das könnt ihr jetzt verstehen.
Vielen Dank auch an die Polizei, Ordnungsamt und Feuerwehren die unser jeweiliges Erscheinungsbild großzügig tolerieren.
